Als wir vor gut drei Jahren gefragt wurden, ob wir das Modell der „Mohr III“ des Deutschen Erdölmuseums aus Wietze übernehmen wollten, haben wir spontan zugestimmt, ohne zu ahnen, was an tatsächlicher Arbeit auf uns zukam.
Zunächst galt es, den Bohrturm fachgerecht zu zerlegen, damit er von Wietze nach Hänigsen gebracht werden konnte (alles natürlich mit eigenen Mitteln, finanzielle Zuschüsse waren nicht vorhanden). Nachdem diese Hürde genommen war, stellten wir fest, dass doch mehr als erwartet repariert oder ersetzt werden musste. Das Gerüst war stabil, die Verschalung des Turms wurde Brett für Brett neu gestrichen und wieder befestigt. Der Balancier konnte auch mit einem neuen Anstrich wieder montiert werden.
Es folgten das Maschinenhaus, Verlegung der elektrischen Leitungen, Installation der Umlaufpumpe, Verlegung des Gleises für die Ölfässer und zum Schluss Bestückung des Innenraumes mit historischen Bohrwerkzeugen.
Das Modell selbst wurde von der Preussag bis in die 1990er Jahre auf ihrem Ausstellungsgelände bei der jährlichen Hannover-Messe verwendet. Danach wurde es dem Deutschen Erdölmuseum in Wietze überlassen.
Warum „Mohr III“ ?
In den 1860er und 1870er Jahren begann man in Nord-Deutschland intensiv nach Öl zu suchen. Ausgangspunkt der Erkundungen waren Berichte über natürliche Ölaustritte wie in Wietze, Hänigsen, Edemissen etc.
Auch der Unternehmer Mohr beteiligte sich an der Suche und wurde 1881 mit der 3. Mohr-Bohrung auf spektakuläre Weise fündig: Das Öl schoss 4 bis 5 Meter hoch aus dem Bohrloch und löste damit den ersten Öl-Rausch aus. Es war die Initialzündung für eine völlig neue Industrie. Der Rest ist Geschichte.
Eure Teerkerle vom Kuhlenberg aus Hänigsen






